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Naturfreundehaus Schneegrund Rohdental |
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Rohden (ah). Ein kleines Paradies befindet sich mitten
im Naturschutzgebiet Hohenstein am Südhang des Ibergs, umgeben von Wald und
Felsvorsprüngen: das Naturfreundehaus Schneegrund, das mit dem Auto nicht zu
erreichen ist. Dort wo Siebenschläfer, Fledermäuse oder im Blumenkasten nistende
Vögel zu Hause sind, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Selten
Handy-Empfang, kein Internet und keinerlei Autogeräusche – das garantiert Ruhe
und Erholung in märchenhafter Umgebung.
Der älteste Teil des rustikal eingerichteten Fachwerkgebäudes wurde 1939 erbaut,
diente als Feldküche und wurde vom Verein der Naturfreunde nach dem Krieg
entdeckt. 1948 kaufte die Ortsgruppe Rinteln den Briten die baufällige Hütte ab,
um sie als Jugend-, Wander- und Freizeitheim in Betrieb zu nehmen.
„In den ersten Jahren brachten Naturfreunde Steine aus dem Abriss gegen eine
warme Erbsensuppe mit und halfen beim Ausbau des Hauses“, erzählt Dieter Beyer.
Seit 25 Jahren leben er und seine Frau Gabi als Herbergseltern im Schneegrund,
ihre Tochter Sabrina ist ein richtiges Waldkind. Damals hatte der Verein für die
Bewirtschaftung des Hauses eine Erzieherin gesucht. Gabi Beyer, gelernte
Erzieherin, zeigte mit ihrem Mann, einem Bau- und Möbeltischler, Interesse und
kam auf Umwegen – nämlich über den großen Rundwanderweg um den Amelungsberg –
ins idyllische Waldtal. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erklärt Dieter
Beyer.
Ganzjährig sorgen die Beyers dafür, dass die Gäste sich im Schneegrund
wohlfühlen. Zehn Mehrbettzimmer mit maximal 42 Betten, zwei Tagesräume und eine
geschlossene Veranda stehen zur Verfügung, serviert wird gute Hausmannskost.
Unter der Woche reisen Kindergartengruppen und Schulklassen an, am Wochenende
belegen Vereine und Wandergruppen das Haus, finden Seminare und Familienfeiern
statt. „Uns fehlen zunehmend Schulklassen, die die ganze Woche bleiben, nicht
nur zwei Übernachtungen buchen“, gibt Horst Werner, Vorsitzender der Ortsgruppe
Rinteln, zu. Der 34 Mitglieder zählende Verein kümmert sich um den Erhalt des
Naturfreundehauses und beklagt zurückgehende Übernachtungszahlen.
„Dafür kommen manche der Gäste seit vielen Jahren zu uns“, sagt Gabi Beyer
stolz. „Bei uns entdecken die Kinder die Natur als Riesenspielplatz wieder“,
fügt ihr Mann hinzu. Kinderspiel- und Bolzplatz, Tischtennisplatte,
Basketballkorb und das große Schachbrett auf dem Außengelände sind begehrt, die
Kinder lieben aber auch, Wasser im nahen Bachbett aufzustauen, mit
aufgesammelten Ästen Hütten zu bauen und abends an der Lagerfeuerstelle zu
grillen.
Vor Jahren zog die Höhlengruppe Nord vom Quartier im Schneegrund aus unter
Leitung von Bodo Schillat zum Höhlen-Erforschen los. Heute ist die
Schillat-Höhle ein beliebtes Ausflugsziel der Hausgäste, zu Fuß gut zu erreichen
ebenso wie die Schaumburg, der Hohenstein oder das Rohdener Waldbad. Gern
gebucht werden auch Waldwanderungen mit dem Förster oder dem Nabu.
Das Naturfreundehaus am Europäischen Fernwanderweg lockt nicht nur Wanderer,
sondern auch zunehmend Pilger zur Einkehr, für Wanderreiter sind Anbinde-Balken
aufgestellt. Unter Telefon 05152/2607 werden Anmeldungen im Schneegrund
entgegengenommen, der Transport von Gepäck kann organisiert werden. Sonn- und
Feiertags hat das Naturfreundehaus zur Kaffeezeit von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
DEWEZET 24.07.2009
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